80 Jahre Spielmannszug der Ortsfeuerwehr Liedingen

Im Jahre 1924 gründeten in der Gaststätte Lüddecke, in Köchingen, junge Männer den noch heute musizierenden Spielmannszug Liedingen. Allerdings war dieser ins Leben gerufene Spielmannszug nicht der Freiwilligen Feuerwehr Liedingen angegliedert, sondern trug zur damaligen Zeit den Namen "Der Stahlhelm" und war eigenständig.

(Bild aus dem Jahr 1956)

Den ersten so genannten Gründungsstamm bildeten die nachstehend aufgeführten Spielleute:

Zugführer: Heinrich Faber

Pfeiffer: Heinrich Lies, Robert Ehlers, Hermann Lüddecke, Willy Maushake, Alfred Schmidt, Karl Staats, Otto Ehlers, Robert Wilkens

Trommler: Albert Isensee, Alfred Lies, Erich Räk

Ein reges und intensives Üben war erforderlich, um nicht nur im örtlichen Bereich aufzuspielen, sondern auch an nationalen Veranstaltungen teilnehmen zu können. So wurde das klingende Spiel über die Ortsgrenzen hinaus getragen.

Durch den dann ausbrechenden, erbarmungslosen Krieg wurde die Tätigkeit des Spielmannszuges jäh unterbrochen. Diese kriegerischen Auseinandersetzungen stellten dann auch den Fortbestand der Musikvereinigung zunächst auf jeden Fall in Frage.

Lobenswerterweise fanden sich dann nach dem Krieg doch wieder musikliebende Kameraden zusammen und führten den Spielmannszug recht aufopfernd und mühevoll, so wie in der Vergangenheit, fort.

Der Grund des Wiederauflebens war allerdings etwas lustiger Natur, und zwar eine besiegelte Wette zwischen den Kameraden Erich Räke, der FF Liedingen, und Erich Blume, der FF Bettmar.

Nach einer gelungenen Bezirksübung aller Freiwilligen Feuerwehren im hiesigen Gebiet unserer Gemeinde, vereinbarten sie, den Spielmannszug Liedingen zum Volksfest in Bettmar aufspielen zu lassen, allerdings unter der Schirmherrschaft der FF Liedingen. Zu berücksichtigen war zu der Zeit, daß Marschmusik nach dem verlorenen Krieg von der Bevölkerung noch weitestgehend abgelehnt wurde. Keine Überraschung bedeuteten dann, beim ersten Aufmarsch, die hier und da noch zu hörenden "Buh-Rufe". All das hinderte doch etliche Kameraden nicht, sich nun wieder verstärkt dem Musizieren in den Reihen des Spielmannszuges zu widmen.

Die Kameraden Gerhard Behrens, Gerhard Pape und Günther Methner erwarben sich zu dieser Zeit besondere Verdienste.

Leider nahm der allzu frühe Tod diese Kameraden aus unseren Reihen. Allen sei an dieser Stelle ein großer Dank für die geleisteten Dienste im Spielmannszug auszusprechen. Sie setzten ihre ganze Kraft für diese Tätigkeit ein.

Nach einem entstandenen Tief holten sie nicht nur die Spielleute wieder zusammen, sondern erweiterten den Bestand der Mitglieder zu ihren Lebzeiten immerhin auf über 40 Personen.

Unter der musikalischen Anleitung von Wilhelm Czichos aus Braunschweig wurden neue Märsche eingeübt. Auch ihm ist an dieser Stelle ein besonderer Dank zu widmen.

Umfangreiche Übungsabende, das  Mitwirken bei Volksfesten in unserem Ort und umliegenden Gemeinden, sowie das Musizieren bei Ehrungen verdienter Feuerwehrkameraden, zeugen von der vielfältigen Tätigkeit dieser Spielleute.

1980 wurden, im Rahmen eines Volksfestes, die Kreismeisterschaften der Feuerwehrspielmannszüge des Kreises Peine ausgetragen.

Darüber hinaus wurden herrliche Fahrten in viele Gebiete Deutschlands, und auch ins angrenzende Ausland, unternommen.

Bemerkenswert ist auch die gute Kameradschaft unter den Spielleuten zu nennen, die das Miteinander noch stärker festigen. Gerade in der Neuzeit hat die Tätigkeit des Spielmannszuges stark zugenommen. Es stehen zwar keine Wertungsspiele im Vordergrund, aber die Teilnahme an Umzügen zu den Volksfesten, Veranstaltungen der Wehr, sowie Ehrungen sind umso gefragter.

Selbst angrenzende Vororte der nahe gelegenen Stadt Braunschweig sind feste Bestandteile in der langen Jahresliste des vielfältigen Terminkalenders. Auch hier bedarf es ständiger Übungstage, um immer einsatzbereit zu sein.

Die Neuzeit des Spielmannszuges wird durch den Kameraden Joachim Methner geprägt. Er versteht es immer wieder sowohl die ältere, als auch die jüngere Generation für das Musizieren zu gewinnen und zu begeistern.

Der Spielmannszug hat zurzeit 37 aktive, 5 passive und zwei fördernde Mitglieder. Eine beachtliche Zahl in einem Ort mit ca. 400 Einwohnern.

Der Zusammenhalt und auch der gute Geist werden in Zukunft Bestand haben. Beides sichert schließlich den Fortbestand dieser Vereinigung. Die Mitbürger, nicht nur unseres Ortes, werden erfreut und dankbar sein, über das Musizieren dieser Spielleute.

Januar 2012

Text: Hermann Lies, Joachim Methner
Bilder: Heinrich Lies, Robert Wilkens, Joachim Methner
 
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