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Entstehung und Werdegang der Ortsfeuerwehr Liedingen

Im Folgenden möchten wir Ihnen einen Einblick in die Geschichte unserer Feuerwehr geben. Durch die Navigation, im rechten Feld, können Sie driekt zu den angegeben Daten wechseln.


 

Im Jahre 1874 erließ man im damaligen Herzogtum Braunschweig ein Gesetz, dass in jedem Dorf, zur besseren und schnelleren Brandbekämpfung, eine Freiwillige Feuerwehr aufzustellen sei. In der Zeit gab es nur eine sogenannte Löschhilfe, die allerdings nicht schlagkräftig war und daher die Brände, wenn auch manchmal klein, sich häufig zu großen Feuersbrünsten ausweiteten.

Auch im Ort Liedingen wurde 1874 eine Freiwillige Feuerwehr gegründet, der jedoch kein langes Dasein beschieden war. Durch dörfliche Zwistigkeiten wurde dieser Zusammenschluss bald wieder aufgelöst. Angeschaffte Uniformen und Helme von der Gemeinde landeten kurzerhand auf dem Kirchboden. Um aber den Brandschutz zu gewährleisten, übernahm nunmehr die alte Pflichtfeuerwehr diese Aufgabe. Alle männlichen Einwohner ab dem 18. Lebensjahr mussten unter dem Kommando des Gemeindevorstehers ihren Dienst leisten.

Doch es fanden sich 1924 wieder tatkräftige junge Männer zusammen und gründeten am 26. Juni eine Freiwillige Feuerwehr neu. Im Gründungsjahr selbst traten 33 Mitglieder sofort ein. Eine alte Handdruckspritze tat zunächst ihren Dienst. Doch bald stellte sich die Unzulänglichkeit dieses Gerätes heraus. Bei den vielen und großen Bränden auf den Bauernhöfen, die zur damaligen Zeit sehr häufig auftraten, war diese Spritze völlig überfordert, und außerdem durch die Pferdebespannung auch noch äußerst langsam. So entschloss sich die Gemeinde 1934 eine Motorspritze anzuschaffen, worauf die Feuerwehrmänner natürlich mächtig stolz waren.

Die Wehr wurde zu sehr vielen Bränden gerufen. Die größte Belastung erfuhr sie allerdings in den letzten Kriegsjahren, als die Mehrzahl der Feuerwehrmitglieder an den Kriegsfronten waren und die noch im Ort weilenden Kameraden sehr oft, Tag und Nacht im Einsatz bei der Brandbekämpfung in den schon verwüsteten Städten wie Braunschweig und Hildesheim ihren Mann stehen mussten. Auch bei der Bombensuche in der Asse wurden sie eingesetzt.


 

Nach Kriegsende verstärkte sich die Wehr schnell durch den Beitritt vieler junger Kameraden. Dadurch wurden die Einsatzfähigkeit und natürlich die Beweglichkeit noch deutlich erhöht. Am 9. Mai 1970 übergab die Gemeinde der Wehr ein neues modernes Löschfahrzeug, ein LF 8 TS.

Im selben Jahr begann man noch mit dem Bau einer längst überfälligen Wasserleitung, so dass der chronische Wassermangel auch der Vergangenheit angehörte. Durch ausreichend gesetzte Hydranten für die Wasserentnahme wurden Schadensfeuer meist schon in ihrer Entstehung schnell bekämpft und gelöscht.

Auch in Liedingen selbst waren in den letzten Jahrzehnten einige größere Schadensfeuer zu verzeichnen. Der Wohnhausbrand bei Herbert Fekken 1955 und 1971 der durch einen Blitzschlag ausgelöste Brand des Stallgebäudes von Heinrich Lies, das Wohnhaus blieb durch schnelle und umsichtige Brandbekämpfung erhalten. 1973 brannte der Saal von Richard Siedentop. Durch schnelle Löschhilfe konnte auch hier ein größerer Brand verhindert werden.


 

Im Jahre 1975, am 5.Juni, wurde in Liedingen eine Jugendfeuerwehr gegründet. Zunächst traten 14 Jugendliche im Alter zwischen 10 und 18 Jahren ihren Dienst an. Mit großer Freude und Eifer gingen diese Jugendfeuerwehrleute ans Werk. Als erster Jugendfeuerwehrwart fungierte Hermann Lies, bis 1980 Siegfried Juras dieses Amt übernahm, und 1994 an Lars Steinmann übergab. Danach lösten die Kameraden Matthias Püschel und als Stellvertreter Mario Behrens ihn ab, und beide tauschten dann 1998 ihre Positionen.

Die Gemeinde Vechelde schaffte im Jahre 1976 für unsere Wehr 4 Atemschutzgeräte an, um Brände besser bekämpfen zu können.

Ein lang geplantes neues Feuerwehrhaus wurde im Jahre 1993 fertig gestellt. Es ersetzt die alten Gerätehäuser aus den Jahren 1859 und 1970, die auch inzwischen abgerissen worden sind.

Größere Brandeinsätze bleiben in unserem Ort glücklicherweise eher die Seltenheit. Doch ganz blieb auch Liedingen nicht verschont. So wurde das Haus vom Eigentümer Heinz Hantelmann, das von der Familie Schott bewohnt wurde, im Dezember 1989 ein Raub der Flammen. Im Jahre 2002 brannte das Wohnhaus der Familie Leuwer, es entstand erheblicher Sachschaden. Zum Glück blieben die angrenzenden Stallgebäude vom Feuer verschont. Dort kam das kurz zuvor beschaffte Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) erstmals zum Einsatz. Das Fahrzeug war schon gegen das LF 8 TS ausgetauscht worden, die offizielle Übergabe (01.02.2002) jedoch hatte noch nicht stattgefunden. So dass hier offizielle Verwaltungsabläufe von der Realität überholt wurden.


 

Die Liedinger Wehr ist seit vielen Jahren in die Kommunale Kreisbereitschaft des Landkreises Peine eingegliedert. Zurzeit sind wir dem Fachzug Personalreserve in der Kreisfeuerwehrbereitschaft Peine Ost zugeordnet.

Durch großes persönliches Engagement des Kameraden Siegmar Eggeling werden seit längerer Zeit Ausbildungen im Bereich der Ersten Hilfe durchgeführt. Er hat mehrere Mitglieder unserer Wehr zum „Helfer vor Ort“ ausgebildet. Die dadurch entstandene „First Responder“-Gruppe ist ein wichtiger Teil unserer Wehr und hält sich durch ständige Weiter- und Wiederholungsausbildungen auf dem aktuellen Stand der Erstversorgung von unfall- und erkrankungsverletzten Personen.

Im Zuge dieser Ausbildungen wurden zwischenzeitlich diverse Rettungs- und Hilfsgeräte aus zum großen Teil privaten Mitteln beschafft. So verfügt unsere Ortsfeuerwehr z. B. über einen „automatisierten externen Defibrillator“ (AED), über verschiedene Hilfsmittel zur Patientenrettung bzw. –versorgung, wie Spineboard, KED (Kendrick-Extrication-Device), Sauerstoff, Absaugpumpe, Stifnecks usw. Die mitgeführte Ausrüstung ermöglicht z.B. einem Arzt die sofortige Notversorgung des Patienten, wobei die „First Responder“ als „Zuarbeiter“ eingesetzt werden können, da ihre Ausbildung weit über die normale „Erste Hilfe“ Ausbildung hinausgeht.


 

Die Wehrführer/ Ortsbrandmeister waren bisher:

ab 1924 - Heinrich Schäfer

ab 1937 - Heinrich Lies

ab 1945 - Alfred Führmann

ab 1953 - OttoTimpe

ab 1971 - Theo Werthmann (von 1984 bis 1990 Gemeindebrandmeister)

ab 1984 - Walter Ehlers

ab 1991 - Hans-Jürgen Belger

ab 2003 - Volker Werthmann

seit Dezember 2009 - Christian Schäfer

(Verfasser: Hermann Lies, überarbeitet von Mario Behrens)

 
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